RE: Vogelgschichten - Märzhase - 29.05.13
(29.05.13, 09:39)Gudrun schrieb: Das Ding wird ratzekahl gemacht ... ob die damit auch die Jungen füttern?
Mit großer Wahrscheinlichkeit ja... unsere Blaumeisis jedenfalls holen sich aus der Fütterung die Haferflocken, die sie sonst nie anrühren, zerkleinern sie (die Hälfte fällt runter und macht die Braunellen und Ammern glücklich

), der Rest wird schleunigst ins Nest transportiert. Erdnüsse fressen sie für sich selbst.
RE: Vogelgschichten -
Lilli - 29.05.13
Diese Sorge mache ich mir manchmal auch. Sie sind schon da, die Insekten, aber ob sie im Regen fliegen? Denn die Jungvögel werden mit Insekten gefüttert. Vielleicht nehmen manche nur in der Not auch was anderes. Immerhin huschen viele Kleinchen durch die Gegend.
Es gibt zwar immer Regenpausen, in denen gleich ein Gezwitscher anhebt, aber heute z.B. gab es keine einzige regenfreie Minute.
Deine Traurigkeit, Erdling, kann ich gut nachfühlen. Ich musste schon manches mal erleben, wie Krähen Jungvögel geschlagen haben, schon außerhalb vom Nest. Hier sind’s immer die Krähen. Wenn man dann noch das Schreien der Vögel hört ...
So eine hässliche Entdeckung musste ich dieser Tage auch machen. Vor der Erstmaht vom hohen Gras laufe ich immer die Wiesen ab, um mögliche Tiere aufzuscheuchen oder zu entdecken. Plötzlich knackt’s ein bisschen unter meinem Schuh und ich war auf ein Ei getreten. Es war aber kein etwa brütender Vogel aufgeflogen. Dann sah ich lauter Federn drum herum, die nach Kleinvogel aussahen. Aus dem Ei trat aber gelbes, fast wie beim Hühnerei. Darin war also kein Vogel kurz vor’m Schlüpfen. Ich kann mir das immer noch nicht erklären.
Die Federn erinnerten an Eule oder Turmfalke oder ähnliches. Nur die Eule brütet gelegentlich im Gras, aber wir haben sie im Winter und Frühling weder gesehen noch gehört. Hätte aber jemand das Nest heruntergeworfen, wären wohl die Eier nicht mehr intakt gewesen.
Im Verdacht habe ich die Krähen, die in der Pappelwiese sowieso immer Patrouille fliegen, damit sich dort bloß keiner außer ihnen niederlässt – oder unsere Besuchskatze, die dort in der Nähe auch schon rumgestreunt ist und über die ich zur Zeit nicht so begeistert bin.
Das lässt mich auch nicht so recht los.
Liebe Grüße, Lilli
RE: Vogelgschichten -
Lilli - 30.12.13
Ach, es gab so viele Gschichten, die ich nicht geschafft habe, zu zeigen. Aber heute gab’s eine, die ich nicht auf Halde legen kann. Einen sehr fremdartigen Vogelbesuch auf dem Balkon:
Erst durfte sich GG nicht bewegen, bis ich die Kamera hatte, und habe ich erstmal durch 2 Scheiben durch fotografiert, um irgendwas zu haben, bevor er wegfliegt. Aber er war alles andere als scheu und blieb schließlich sogar bei offener Balkontür sitzen.
Erst dachte ich an einen Meisenmischling, hatte ich doch schon manche Mischlinge gesehen, aber allein schon der Schnabel war eher finkenartig. Einmal nur piepte er und ganz anders als Meisen. Und er ist größer:
Was er frisst, weiß ich nicht genau, auch nicht, ob er den Sonnenblumenkern kleingekriegt hat.
Ich habe vorsichtshalber noch ungeschälte dazugetan und Haferflocken und Hirse. Nach der Hirse hat er auch gepickt, aber ich sah auch, dass ihm Kügelchen aus dem Schnabel fielen. Er pickte nicht eifrig wie die andern, sondern schaute erst lange, als ob er mit diesen kleinen Augen kaum was sehen könnte.
Das ganze Verhalten glich einem Jungvogel, nur die sind sonst so zutraulich wie der. Aber um diese Zeit? Auch vor den anderen Vögeln wich er nicht zurück, aber er zuckte immer etwas zusammen, wenn sie angeflogen kamen.
Der Kleiber hat einmal versucht, ihn zu verjagen, als auf dem Geländer saß. So saßen sie kurz Bauch an Bauch, aber die gelbe Kugel ist nicht gewichen.
Manchmal suchte er Schutz direkt an der Balkontür oder in der Ecke. Grad als ist er dieses wilde Vogelleben nicht gewöhnt. Ob es auch ein entflogener Käfigvogel sein kann?
Drum habe ich ein altes Vogelhäuschen gesucht, das man seitlich öffnen kann. Wir haben ein Stück Holz drangenagelt, damit es offen bleibt und er nachts notfalls hineinkriechen kann. In der Tenne fand ich noch trockenes Gras, mit dem ich etwas ausgepolstert habe.
Er blieb den ganzen Tag auf dem Balkon, flog höchstens ein bisschen zur Seite, wenn ich Futter gestreut habe. Nur als ich das Häuschen in die Ecke an der Tür gestellt habe, hat er zwar lang gezögert, ist aber dann doch auf die Linde geflogen. Aber nur, um sofort wieder zurückzukehren.
Selbst als Meisen und Kleiber in der Dämmerung längst ihr Nachtdomizil aufgesucht haben, war er immer noch da.
Hat jemand eine Idee, was das für ein Vogel sein könnte?
Liebe Grüße, Lilli
RE: Vogelgschichten - Mainfränkin - 30.12.13
Er erinnert mich stark an einen Kanarienvogel. Wenn das stimmt, kann er den Winter im Freien nicht überleben. Hast Du einen alten Vogelkäfig? Wenn Du den aufstellst, wird er sicher hineinhüpfen, weil er das gewöhnt ist. Auch sein zutrauliches Verhalten spricht dafür, daß er ein entflogener Käfigvogel ist. Kanaris fressen Hirsearten, Glanz und ähnliches kleines Futter. Wenn er einer ist, muß er unbedingt ins Warme!
Grüße von Mainfränkin, nachtaktiv und neu im Forum
RE: Vogelgschichten - krauterer - 30.12.13
Ich denke auch, dass es ein (viel zu dicker) Kanare aus Käfighaltung ist, da gibt es viele wilde Kreuzungen von denen.
RE: Vogelgschichten - Brigitte - 30.12.13
.........
RE: Vogelgschichten -
Lilli - 30.12.13
Danke für den Tipp, Mainfränkin. Ich hatte noch in der Nacht nach Fotos gegugelt und es ist eindeutig ein Kanarienvogel.
Der erste Gedanke an einen Käfigvogel kam mir genau wegen der "dicken" Kugelform. Die Wildvögel werden immer zu Kugeln, wenn's sehr kalt ist, ihre Daunenjacke sozusagen. Drum war ich erstaunt und dachte, wenn dieser jetzt schon zur Kugel wird, ist er selbst diese milden Außentemperaturen nicht gewohnt.
Er wird schon richtig zum Hausvogel, unternimmt immer öfter Kleinausflüge in die Umgebung und scheint sich auch mit der Balkongesellschaft wohl zu fühlen.
Heute morgen war er nicht da. Er kam aber prompt, als ich Futter gestreut habe, und nachdem sich GG auf den langen Rückweg vom Briefkasten durch die Allee gemacht hatte. Bis dorthin war er ihm gefolgt, saß auf dem Tor und tschiepte ihn an. Er hat uns also bereits adoptiert.
Drum bricht mir der Gedanke das Herz, ihn wieder in einen Käfig zu stecken. Ich hasse es sowieso, Tiere in Gefangenschaft zu halten.
Aber die Alternative ist leider der sichere Tod. Nicht nur, wenn's richtig kalt wird. Die genau so große Gefahr sind die vielen Raubvögel, denen er kaum entkommen kann mit seiner auffälligen Farbe.
Ich hatte heute gleich meine Putzhilfe angerufen, die sich mit Käfigvögeln auskennt. Sie brachte direkt einen Käfig mit und weiß auch genügend Plätze, die ihn in einer großen Volière aufnehmen würden.
Das Problem ist nur, dass er sich keinen Deut für den Käfig interessiert. Vielleicht war er in einer Volière und kennt so ein Teil gar nicht. Jetzt kann ich nur warten.
Heute mittag hatten wir eine ganze Zeit lang die Balkontür aufgelassen, aber schaute nur neugierig herein, dachte aber nihct im Traum dran, herein zu kommen. Nachts, wenn's kalt wird, kann ich leider nicht lang auflassen.
Das einzige, was mir noch einfällt, ist, eine warme Decke über den Käfig zu legen. Vielleicht lockt ihn das, wenn's kalt wird. Aber dazu müsste er einen Käfig halt kennen.
Liebe Grüße, Lilli
RE: Vogelgschichten -
Lilli - 31.12.13
Unsere Kugel scheint definitiv keinen Käfig zu kennen. Sie würdigt ihn keines Blickes, auch nicht das extra-Kanari-Futter, das drin liegt. Dafür, dass er nicht in so einem Käfig saß, spricht auch, dass er gut fliegen kann. Die Strecke vom Balkon zum Tor ist immerhin 250 m, die er heute morgen mal eben hin und zurück geflogen ist.
Als eigentlich Schwarmvogel will er sich offenbar anpassen und fliegt jetzt viel öfter zwischendurch in die Linden wie die Meisen auch. Manchmal auch auf den Boden.
Dort hat er eifrig zwischen den Blättern rumgepickt.
Heute war er zur Dämmerung verschwunden und ist auch jetzt nicht da. Heute hat er Glück, es sind noch 6°, während es letzte Nacht leichten Frost gab.
Vielleicht kam er gestern nur sehr ausgehungert an und wollte die neu entdeckte Futterquelle deshalb nicht verlassen oder war zu geschwächt dazu. Heute morgen jedenfalls nicht mehr trotz der kalten Nacht.
Jetzt bleibt mir nur noch der Versuch, ihn, wenn’s richtig kalt wird, auf den Finger zu locken. Falls Raubvögel und Krähen ihn bis dahin am Leben lassen.
Er ist aber nicht der erste ausgebüxte Gast.
Im September gab’s schon mal einen:
Und früher auch schon.
Die saß am Tag nach dem Orkan Xynthia vorm Fenster auf dem Sims.
Liebe Grüße, Lilli
RE: Vogelgschichten -
gelala - 31.12.13
Wir hatten auch schon öfter Gäste im Garten. Mehrmals beringte Tauben, die irgendwie schwach waren. Es wurde Futter gestreut und Wasser gestellt und irgendwann waren sie dann wieder fort.
Und dann war tagelang ein grüner Wellensittich als Gast in den Bäumen unterwegs. Mit Spatzen. Es war relativ zahm, aber es gelang uns nicht, ihn zu fangen und dann zum Tierpark zu geben.
Mein Mann, der mal Vögel gezüchtet hat, sagte aber, dass sie trotz Anpassungsversuchen auch im Sommer nicht überleben können.
GG meint, dass man vielleicht einen Käfig mit einem anderen lebenden Kanarienvogel bei Euch aufstellen könnte, als Lockmittel. Dadurch könnte er mit dem Käfig vertraut werden und ihn vielleicht annehmen.
Ich drück Euch und dem kleinen Gesellen die Daumen, mir geht so etwas immer sehr nahe.
gelala
RE: Vogelgschichten -
CarpeDiem - 31.12.13
In
diesem Artikel steht viel über Kanarienvögel drin.
Die größte Gefahr für entflohene Wellensittiche und Kanarienvögel ist das Futter, welches sie benötigen und Raubtiere.
In dem Artikel steht auch etwas über Nahrung und Fertigmischungen. Vielleicht hilft das etwas. Auch Ei, Käse Quark wird dort erwähnt...
Über das Futter könnt ihr ihn vielleicht an Euch gewöhnen.
Ach und ich finde so etwas immer so schwer. Ist ein Leben im Käfig für Vögel, die so weite Strecken fliegen (auch wenn es eine Voliere ist), wirklich schöner, als ein kurzes Leben in Freiheit? Ich weiß es nicht und ich stelle mir solche Fragen öfter. Vielleicht, weil ich meine eigene Freiheit so liebe und sie mir ein unheimlich kostbares Gut ist?
Ich hatte einmal ein Huhn, dass mussten wir zu meinen Eltern bringen, weil es immer aus seinem Gehege bei meinem Vermieter ausgebrochen ist. Bei meinen Eltern wollte es nichts annehmen als Behausung, nur die große Buchenhecke. Lisa hat dort ein 3/4 Jahr in der Buchenhecke gelebt und sich frei bewegt wohin sie wollte. Dann wurde sie von einem Raubvogel gerissen. Es tat mir so leid, andererseits war sie ein vollkommen freies Huhn (Eier hat sie auch so gut wie keine gelegt :- ) . Was falsch und richtig ist, wer kann das schon entscheiden? Ich jedenfalls nicht..
Aber genug der Spekulation.....der kleine Knirps hat sich wenigstens ein nettes und ruhiges Plätzchen bei euch ausgesucht.