RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Katze - 15.02.21
Das stimmt. Ich würde trotzdem früher als normal schneiden - bei so einem Schnitt dauert es wirklich länger bis die schlafenden Augen unten austreiben.
Es macht keinen Sinn bis zum Austrieb zu warten - sie werden sowieso wieder nur oben austreiben und unten bleiben sie weiterhin nackt. Also schneiden, solange sie noch schlafen. Wenn dann das Frühlingserwachen kommt und sie merken, dass oben nichts mehr zum Austreiben haben, werden sie denken - oh, ich habe zu wenig Augen, ich muss neue Triebe machen. So stelle ich mir das vor. Dann treiben sie meistens willig aus der Veredelung, versuchen die fehlende Masse wiederherzustellen. Das dauert aber lange, weil sie einen Schock erleben und es ist sehr kraftraubend. Es ist wirklich wichtig, wie Kurt meint, den Boden anzureichern und nachher gut gießen und füttern.
Dieser Verjungungsschnitt ist sehr anstrengend für die Rosen (und andere Gehölze) also bitte nicht oft machen, nur wenn wirklich nichts anders geht. Manche überleben das nicht, sind meistens vorher schon durch Krankheiten, Trockenheit und Hunger geschwächt. Bei den gezeigten Rosen sehe ich aber keine andere Möglichkeit

.
Besser regelmäßig in Form halten und nicht vergreisen lassen.
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Julius - 15.02.21
Falls du den radikalen Rückschnitt machen solltest, würde ich vorschlagen den Rosen die „Füße“ ein bisschen freizuhalten. Ich habe auf deinen Bildern gesehen, dass unter ihnen Farn wächst und der ist ein ernstzunehmender Konkurrent.
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Reinhold - 15.02.21
Nach dem starken Rückschnitt können die Rosen ja mit Kompost sehr gut angehäufelt werden . Das hilft auch falls es doch noch einmal richtigkalt wird .
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Katze - 15.02.21
Anhäufen mit zB Kompost, ist eine sehr gute Idee - schützt vor Frost und Austrocknen zugleich.
Ich kenne einen gewerblichen Rosenverkäufer, er würde solche Exemplare im Spätwinter bodeneben abschneiden, mit Kompost anhäufen, später vorsichtig freimachen. Dann sieht man im Normalfall schon viele Austriebe aus dem Boden. Aber, wie gesagt, nicht alle Rosen überleben so eine Prozedur. Ich bin nicht so furchtlos - ich würde sie zwar radikal (auf 20-30cm) schneiden, bodeneben ist sogar mir too much.
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden - Landfrau - 15.02.21
(14.02.21, 22:17)Moonfall schrieb: Dann sieht man auch besser, wo man schneiden soll. Warum macht ihre es gleich?
Du wirst da nichts sehen können . Die Rosen sollten sich komplett neu aufbauen. Am besten wirklich neu aus der Veredelung austreiben.
Von gleich habe ich nicht gesprochen

Solche starken Rückschnitte sollten nach Möglichkeit vor Beginn des Saftflusses erfolgen. Sonst kann es passieren, dass die Rosen "ersaufen". Die schlafenden Augen brauchen einfach länger bis sie austreiben. Vitale Augen gibt es nicht ,also kommt es zu einem Saftstau. Das muss nicht sein, kann aber passieren. Daher ist es gängige Praxis , nach Möglichkeit noch in der Vegetationsruhe solche Komplettrückschnitte vorzunehmen. Die alte Schnittstelle ist keine Eingangspforte für den Frost , verholzt sind die Triebe ja nun ganz offensichtlich .
Und genau Reinhold, das Anhäufeln - normale Erde tut es auch- ist ganz wichtig. Sollte Sandra den Mut haben, fast bis zum Boden zu schneiden, reicht eine dünne Schicht. Jedenfalls wenn die Veredelungsstelle unter dem Erdniveau liegt. Das sieht mir in einigen Fällen nicht so aus, kann aber auch ein "typisches Rauswachsen " inkl altem Totholz der Rose sein. Daher dann diesen dickeren Knubbel nach Möglichkeit anhäufeln.
Düngen oder Wässern würde ich die Rosen allerdings zunächst gar nicht. Sondern erstmal abwarten, ob sich überhaupt die gewünschte Entwicklung einstellt.
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Reinhold - 15.02.21
Den Kompost hatte ich nur gewählt , weil im Moment eher Kompost in verarbeitbarem Zustand verfügbar sein wird , als normale Erde zum Anhäufeln
Den Kompost önnte man nach dem Abhäufeln auch gleich im Beet belassen , als Bodenverbesserung um die Rosen herum
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Moonfall - 15.02.21
Landfrau, bei welchen Rosen würdest du so einen starken Rückschnitt wagen? Auch bei Engländerinnen? Ich überlege grad Graham Thomas...
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
greta - 15.02.21
Hallo Sandra und Willkommen
Ich schließe mich Landfrau an, schneid sie alle runter auf weniger als 20 cm und häufele sie großzügig an, daß man nichts mehr von den Rosen sieht. Wenn der Frost weg ist, würde ich etwas gießen.
Du brauchst ein bißchen Geduld, es wird etwas dauern bis der Austrieb zu sehen ist.
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden - Landfrau - 15.02.21
(15.02.21, 12:30)Moonfall schrieb: Landfrau, bei welchen Rosen würdest du so einen starken Rückschnitt wagen? Auch bei Engländerinnen? Ich überlege grad Graham Thomas... 
Moonfall, hier war es bisher so, dass heftigste Frostschäden einen so radikalen Schnitt notwendig gemacht haben. Also da bin ich nicht gefragt worden . Auch Austins waren darunter. Häufig reagieren diese Rosen dann mit einem sehr starken Wachstum, wenig verzweigt und daher auch eher unterdurchschnittlich in der Blütenbildung

Das sollte man einkalkulieren. Und dann die Rose eventuell noch in der Saison oder aber in der nächsten wieder deutlich zurücknehmen, damit sich der Strauch verzweigter aufbaut.
Hier mal ein Beispiel:
Das ist Geschwinds Marie Dermar am 25. Juni 2018. Der Winter war 2017/2018 hier sehr fies, fast alle öfterblühenden Rosen hat es in unserer Region schwer erwischt. Auch solche, bei denen es nicht zu erwarten gewesen ist

Ich bin sehr lange um dieses Rose "rumgetanzt", bis ich mich zum bodennahen Runtersäbeln durchringen konnte. Sie war sicher gut 2 m hoch, mehr darf sie bei mir nicht

, und auch durchaus vieltriebig/breit. Sie hat sich dann schnell wieder ins Zeug gelegt und ist auf dem Bild vielleicht so 1,30m. Aber eben kaum verzweigt und mit eher wenigen Blüten, die nur am Ende der Triebe sitzen. Und wie zu sehen, beginnt sie erst eben erst Ende Juni mit der Blüte.
Also das ist schon ein drastischer Schritt und er kostet solche Rosen auch viel Kraft.
Wenn sie ansonsten vital sind, werden sie sicher willig und kräftig neu treiben.
Trotzdem ist es aus meiner Sicht wirklich die "letzte" Lösung. Was hast du an Graham Thomas auszusetzen? Und denk dran, dass sie vielleicht in einem eingewachsenen Beet steht... , was die Sache nicht einfacher macht. Da habe ich mich schon mal mächtig vertan, ohne Licht wird es eng
Bei vergreisten Rosen ist es häufig sinnvoller, in Etappen vorzugehen. Macht aber natürlich nur Sinn, wenn auch diverse Triebe vorhanden sind.
Bei Sandras Rosen ist das leider nicht der Fall.
RE: Bitte Hilfe beim Zurückschneiden -
Moonfall - 15.02.21
Vergreist, genau so sieht mein Graham aus. Aber wir haben auch wo ein eigenes Thema zu Rückschnitt oder Pflege. Ich suche mir das und gebe dann mehr Infos und mache aktuelle Fotos von Graham.