RE: Wattn Trumm! -
Acinos Arvensis - 28.10.11
sag mal Mechthild, solltest du da nicht auch die Finger davon lassen? wo doch dein kleiner Gartenzwerg immer von allem grünen etwas in den mund stopfen muss? oder tut der das nun nicht mehr? aber das Äpfelchen ist doch noch so klein und im gefährlichen alter..
RE: Wattn Trumm! - Brigitte - 28.10.11
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RE: Wattn Trumm! -
Ildiko - 28.10.11
Sorry Unkrautfresserin, wenn ich dir widersprechen muss aber das Zeug ist echt giftig für Insekten, Tiere und Menschen.
Nikotin als Insektizid zu verwenden ist keine neue Idee. Zumal es die Pflanze als Abwehrstoff gegen Fraßfeinde produziert, die meistens Insekten sind.
Hier ein paar Beispiele zur Giftigkeit des Alkaloids Nikotin:
"Die Blätter und Blüten des Tabaks enthalten das Alkaloid Nicotin. Als tödliche Menge gilt 40 - 60 mg des Wirkstoffs, enthalten in einer Zigarre oder in 5 Zigaretten ( bei starken Zigaretten oder Zigarren auch schon in weniger). Vergiftungen treten gewöhnlich nicht durch das Rauchen ein, da das meiste Nicotin verbrannt wird. Aber gerade Kinder sind gefährdet, die Zigaretten in den Mund stecken und davon essen! Stark gefährdet und in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind Säuglinge rauchender Mütter sowie Kinder im Mutterleib! Die Symptome einer Nicotinvergiftung sind Brennen und Kratzen im Mund- und Rachenbereich, Kopfschmerzen, kalter Schweiß und kühle, blasse Haut. Es folgen Krämpfe, manchmal auch Durchfälle, Herzklopfen, Brustbeklemmungen und auch Atemnot. Der Patient leidet ferner unter Sehstörungen und unter Trübung des Bewusstseins. Tödlich eingenommene Dosen bewirken Atemlähmung innerhalb weniger Minuten. Vorsicht auch vor selbst hergestellten Schädlingsbekämpfungsmitteln aus Tabakkraut. Es kann bei falscher Handhabung durch Hautkontakt und Inhalation zu Vergiftungen kommen. Bei behandelten Gemüsepflanzen und Kräuter besteht zusätzlich die Gefahr der Vergiftung, wenn bei ihrem Verzehr das Gift mit aufgenommen wird.
Tabakpflanzen sind giftig für Pferde, Rinder und Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine sowie für Hunde und Katzen, für Nager, wie Hasen, Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen. Tiere, die in der Nähe von Tabakfelder weiden sind natürlich besonders gefährdet. Die Symptome einer Tabakvergiftung sind erst eine Verengung der Pupillen und danach eine Erweiterung. Ferner Speichelfluss, Atemnot mit möglicherweise plötzlicher Atemlähmung und Tod. Die Tiere sind erregt; sie leiden unter Magenkrämpfen, Durchfällen und Lähmungen. Sie haben einen erhöhten Harndrang, auch verlangsamt sich der Herzschlag. Es kommt es auch zu Muskelschwäche und Muskelzucken. Bei Pferden kann es zu Fehlgeburten kommen, auch gehen die toxischen Wirkstoffe in die Milch von säugenden Stuten über. Die tödliche Dosis an getrockneten Tabakblätter liegt für Pferde bei 300 – 1200 g, Kühen und Rindern bei 300 - 2000 g, bei Schafen und Ziegen aber nur bei 30 g – 100 g. Hunde und Katzen, wohl auch Nagetiere, verenden bereits nach der Aufnahme von 5 - 25 g getrockneter Blätter, also möglicherweise bereits nach einer Zigarette und einer Zigarettenkippe." (Quelle Botanikus.de)
Und nun nochmal zum Einsatz als Insektizid. Es gab schon Entwicklungen die Tabakpflanze zur Herstellung zu verwenden. Dafür wurde Nikotin aus dem Tabak herausgepresst und mit Schewfelsäure versetzt. Es wandelte sich zu Nikotinsufalt. Allerdings beendete man die Herstellung bald wieder, weil es wohl zu schweren, oft auch tödlichen Vergiftungen kam. In den 70ern wurde es sogar als Insektizid verboten. Wen es interessiert, hier der Link zu einem Text von 1952 zu diesem Thema, leider in Englisch:
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ie50506a018?journalCode=iechad
Im privaten Bereich wird es aber noch immer genutzt ungeliebte Insekten von geliebten Pflanzen fern zu halten.
Und wenn ich mir jetzt noch anschaue was allein hier in Augsburg alles in die Flüsse geleitet wird, ist es ein Wunder dass es überhaupt noch sowas wie Leben darin gibt. Die verkümmerten Ökosysteme unserer Gewässer haben nicht mehr viel mit den ursprünglichen, sehr artenreichen Ökosystemen zu tun die es vor der anthropogenen Wasserverschmutzung gab. Zwar werden täglich viele Tonnen Kippenstummel in Gewässer gekickt aber auf die Masse des Wassers gesehen verdünnt es sich sehr stark, sodass keine direkten Auswirkungen zu sehen sind. Auch hochgiftige Abwässer werden in Flüsse geleitet, nur dass sie vorher so stark verdünnt werden, dass die Mengen unter den Grenzwerten liegen. Gibt es einen Nikotingrenzwert?
Ich denke mal damit ist belegt, dass Nikotin ein hochwirksames aber damit auch hochgiftiges Insektizid ist.
RE: Wattn Trumm! - Unkrautaufesserin - 28.10.11
Jaaaaaa, es ist giftig! Sonst würde es auch Menschen nicht töten!
Aber beachtet doch bitte die Konzentration, die in Tabak für EINE Kippe ist... und die Zeit für die Wirkungsfreisetzung vom Reinschmeißen bis zum Gleichwiederrausfischen...
Da war noch was anderes im Tabak, oder der Junge flunkert.
Liebe Grüße, Mechthild
RE: Wattn Trumm! -
geranium - 30.10.11
Und wenn Du sie plötzlich hässlich findest, dann heb den Samen für mich auf. Ich will sie auch nicht rauchen, aber vielleicht sind sie was für den Reitplatz. So groß, wie sie sind, könnten sie doch Brennesseln standhalten.
Liebe Grüße, Lilli
hallo Lilli,
könntest Du Dir für Deinen Reitplatz hohe, seeehr wuchernde Herbstastern in hellblau
vorstellen? Ich hab heute etliche davon ausgegraben und fühlte mich wurzelmäßig sehr an Giersch erinnert
, sind halt bißchen höher und blühen bißchen anders als Giersch
Wenn Du einen Versuch wagen willst..........
lg margot, schickt Dir gerne ein paar Wurzeln
RE: Wattn Trumm! -
Lilli - 30.10.11
(30.10.11, 00:18)geranium schrieb: könntest Du Dir für Deinen Reitplatz hohe, seeehr wuchernde Herbstastern in hellblau
vorstellen?
Hallo Margot,
kann ich mir, auch woanders
. Für einen Reitplatz-Versuch wären sie aber wohl fast zu schade. Auch sogenannte Wucherpflanzen müssen dort meistens vor Brennesseln und co kapitulieren. Mein Minzefeld dort – nachdem die endlich gewuchert war – musste’s schließlich vor den Mäusen.
Was es dort bis jetzt geschafft hat, dagegen anzuwuchern, waren nur Goldrute, Wasserdost und das Reitgras. Ob die Astern so ein Kalliber sind? Ich glaub’s nicht so recht.
Ich schick Dir eine PN.
Liebe Grüße und danke, Lilli
RE: Wattn Trumm! -
Phloxe - 31.10.11
(30.10.11, 00:18)geranium schrieb: seeehr wuchernde Herbstastern in hellblau
fühlte mich wurzelmäßig sehr an Giersch erinnert,
schickt Dir gerne ein paar Wurzeln
D A S erinnert mich aber sehr..... D I E hab' ich auch (und Annie demnächst ebenfalls ... selbst schuld, wollt'se)
Meine sind weiß und tulipan verriet mir ihren schönen Namen: Myrtenaster.
Sie sind wirklich wunderschön, so viele zarte Gänseblümchen an einer Rispe - aber ich verdächtige sie, den Chrysanthemen zu schaden. Die sind dies Jahr so mickrig. Die Erde ist durchflochten von diesem Wucherer.
RE: Wattn Trumm! -
Lilli - 31.10.11
(31.10.11, 01:29)Phloxe schrieb: Die Erde ist durchflochten von diesem Wucherer.
Hört sich ja ganz danach an, dass die doch einen Reitplatz-Versuch lohnt
.
Zitat:und Annie demnächst ebenfalls ... selbst schuld, wollt'se
Na dann kann ich mich mit Annie ja demnächst über die Wucher-Ergebnisse austauschen
.
Liebe Grüße, Lilli
RE: Wattn Trumm! -
Acinos Arvensis - 31.10.11
ich freu mich schon auf die "Wucherungen"!
RE: Wattn Trumm! -
CarpeDiem - 01.11.11
Falls Euch die Saat dazu ausgeht, ich habe noch ein paar davon, nur am Reitplatz würde ich sie vielleicht auch nicht unbedingt auspflanzen. Pferde sind manches Mal echt dösig und futtern, was sie nicht dürfen und diese Pflanze sollten sie nicht essen.
Ich gestehe, bei meiner Tochter hatte ich mir weniger Sorgen gemacht, aber ich habe auch Eisenhut im Garten und andere giftige Pflanzen......
Schön ist er, aber mir wurde auch schon mal eine Pflanze von Schnecken weggefressen, die wußten wohl nicht, dass das nicht gesund sein soll und Schneckenleichen hab ich jetzt nicht wirklich gefunden