Blinde Hunde - Literatur? - Raphaela - 30.04.14
Meine Schwester bekommt heute einen neuen (dritten) Hund: Einen 10 Wochen alten, geburtsblinden Deutsch Kurzhaar (der sonst eingeschläfert oder bei Odin und mir gelandet wäre: Schwester und Schwager und deren zukünftiger "Blindhund-Führhund" sind bestimmt die bessere Option ;-)).
Sie hat schon einige Pläne und Ideen, wie sie ihn "frühfördern" kann (und einen super-fürsorglichen SH-Mischling, der bestimmt der geeignete Leit-Hund sein wird), aber zusätzliche Literaturtips und evtl. auch Erfahrungen wären sicher hilfreich...Falls also jemand Tips hat, wäre das toll! :-)
RE: Blinde Hunde - Literatur? - Cornelssen - 30.04.14
Patricia B. McConnell ist eine Autorin, von der man sehr viel über Hunde lernen kann.
Im übrigen ist Blindheit bei einem Hund nur halb so schlimm: die orientieren sich viel stärker per Nase und Ohr. Meine Hündin war die letzten Jahre ihres Lebens auch blind, was ihr Verhalten insgesamt fast nicht verändert hat: sie war die starken Schmerzen der ewigen Augenentzündungen los, nachdem ich ihr die Augen hatte herausnehmen lassen als sich zeigte, dass sie bereits blind geworden war. Die Verhaltensänderung kam also vom verschwundenen Schmerz.
Mein Tipp: nicht zuviel Aufhebens um die angeborene Blindheit machen. Der Hund empfindet sie zunächst als normal. Wenn Menschen ihm deshalb dauernd Extrawürste braten, nutzt er das bald aus (und wird leicht unausstehlich).
Inse
RE: Blinde Hunde - Literatur? - Raphaela - 30.04.14
Danke!
Genau so sieht sie das zum Glück auch: Förderung ja, aber kein Überbehüten. Zumal er Sehen ja gar nicht kennt und m. E. von daher schon deshalb gleich mehr auf seine anderen Sinne orientiert ist.
RE: Blinde Hunde - Literatur? -
Melly - 01.05.14
(30.04.14, 22:11)Raphaela schrieb: Danke!
Genau so sieht sie das zum Glück auch: Förderung ja, aber kein Überbehüten. Zumal er Sehen ja gar nicht kennt und m. E. von daher schon deshalb gleich mehr auf seine anderen Sinne orientiert ist.
Unsere Dackelin ist im Alter von 5 Jahren von heute auf morgen erblindet, die sog. SARD-Erkrankung. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir wussten, was mit unserer Maus los ist. Wir haben "einfach" so weitergelebt, wie bisher, allerdings mit ganz konkreten Kommandos, was sie auch ganz schnell erlernt hat.
Sie war - trotz ihrer Blindheit - hier die Rudelführerin, hatte die Schäferhündin voll unter Kontrolle und auch ihren älteren Bruder.
LG
Melly
RE: Blinde Hunde - Literatur? - Raphaela - 16.05.14
Danke für die Info! :-)
Inzwischen hat sich rausgestellt, daß das Hündchen a) doch nicht komplett blind und b) schon mal gar nicht "hilflos" ist, sondern ein nicht müde zu kriegender Alpha-Rüde, der jetzt schon Anzeichen großen Dominanz-Strebens zeigt, mit allen Wassern gewaschen ist und sehr gut mit seiner Behinderung zurechtkommt.
Z. B. galoppiert er mit einer Pfote voraus (benutzt sie also als eine Art "Blindenstock), hat eine ganz hervorragende Nase und prägt sich Raumsituationen sofort und dauerhaft ein.
Gut, daß Odin und mir das Kerlchen erspart geblieben ist: Der SH-Mischling meiner Schwester (ca. 4 Jahre alt, topfit und super sozial) ist inzwischen schon sehr erleichtert, wenn der Kleine mal schläft und ansonsten bis zur Erschöpfung von ihm ausgelastet. - Odin und ich wären wahrscheinlich komplett überfordert.
Der alte Hund (Macano, ein rauhaariger Ibicenco - oder sowas) ist weniger geduldig und hat "Seven" (war Nr. 7 von 13 Welpen) gleich klargemacht, daß er (meistens) in Ruhe gelassen werden will (was Seven im großen Ganzen akzeptiert).
Wenn er geschlechtsreif ist, soll er gleich kastriert werden (versucht nämlich immer mal wieder, Tiro, den SH, zu bespringen, was auf erhöhtes Dominanzstreben hinweist und sonst später zu Problemen führen kann) und wird auch sehr konsequent erzogen, z. B. darf er nicht mit ins Bett und weder mit den Enten, noch mit den Katzen (zumindest nicht so, wie ER es gerne hätte) "spielen". Dafür lernt er grade schon (durch Tiro und nur mithilfe von Nase und Gehör) zu apportieren.
Ansonsten ist er ein sehr intelligenter Bursche und ausdauernd, ausdauernd, ausdauernd...Meine Schwester meint, ohne Tiro hätte sie null Chancen, ihn auch nur annähernd ab und zu müde zu kriegen, dabei ist ja erst 13 oder 14 Wochen alt :-O