Vorstellung und kurze Frage zur Bodenmüdigkeit - Jules - 01.05.16
Hallo!
Um alle interessanten Beiträge hier lesen zu können, habe ich mich kürzlich hier angemeldet und möchte mich nun doch einmal kurz vorstellen- seit nunmehr 9 Jahren wohne ich in einem kleinen Dorf in Südniedersachsen und erfreue mich eines recht großen Gartens mit viel Rasenfläche und altem Baumbestand.
Nach jahrelangem Partyleben in einer nahe gelegenen Universitätsstadt habe ich mich -und das hätte ich von mir niemals gedacht- in Natur und Garten verliebt und bin mittlerweile nun doch "auf die Rose gekommen". Als wir hier herzogen, gab es lediglich einige alte Edelrosen (gepflanzt ca. 1960), deren Sorten mir weiterhin unbekannt sind (außer Gloria Dei, welche ja schnell zu identifizieren ist).
Meine Liebe zu Rosen ist noch relativ jung, sodass erst seit ca 2-3 Jahren neue Rosen von mir gepflanzt wurden- welche dies alle sind, kann ich hier gern einmal erwähnen, falls es erwünscht ist. Im Verhältnis zur Gartengröße hält sich die Anzahl der Pflanzen dabei in Grenzen, da ich Rosen zwar liebe, aber eben auch Rasenfläche (Sohn spielt auch gern Fußball) und Bäume. Die Anzahl der Beete ist von daher begrenzt und einige Baumkletterer sollen dafür Einzug halten.
Sicher ist diese Frage schon besprochen wurde, dennoch stelle sie kurz: Gibt es eine Regel, ab ca. wann die berühmte Rosenmüdigkeit eintritt und man den kompletten Boden austauschen muss, wenn man an selber Stelle eine andere pflanzen möchte? Anders ausgedrückt: Gilt das "ab sofort" (bzw nach einer Saison) oder erst, nachdem dort einige Jahre eine Rose gestanden hat?
Gruß und danke
Jules
RE: Vorstellung und kurze Frage zur Bodenmüdigkeit -
freiburgbalkon - 01.05.16
Hallo Jules,
dann mal willkommen mit der Rose "
Party Girl", Party Boy gibt's nicht.
Lesen kann man hier auch ohne angemeldet zu sein. außer den sog. geheimen Bereich, aber dort geht es ohnehin weniger um Pflanzen...
Da ich nur Kübel hab, kann mir das mit der Bodenmüdigkeit eher schnuppe sein, aber da ich mich schon ein paar Jährchen mit Rosen beschäftige, hab ich natürlich schon so einiges aufgeschnappt. Es scheint mir ein immernoch umstrittenes Thema zu sein und ich hab schon Sachen dazu gelesen, die ich nicht verstehe.
Einmal heißt es, Rosen wären Starkzehrer und der Boden wäre nach ein paar Jahren einfach ausgelaugt. Kann sein, aber es gibt ja Rosen, die im Alter immer schöner werden, auch ohne Düngung, wie das dann?
Und dann soll es da noch etwas geben, was Rosen ausscheiden, was andere Rosen nicht mögen. Oder diese ominösen "Nematoden" winzige Würmchen, wenn ich das richtig verstanden habe, sind daran beteiligt.
Wie auch immer, das Problem scheint real zu sein, da die Rosarien, Saverne, Baden-Baden Beutig usw. in größerem Stil Bodenaustausch betreiben, hab ich selbst schon gesehen.
Besonders umstritten ist wohl auch die Frage, ab wann Bodenmüdigkeit auftritt. Die vorherrschende Meinung ist wohl, erst nach 2-3 Jahren. Ich denke, wenn man schon beim Pflanzen ca. 1 m vom vorigen Rosenstandort abrückt, müsste sich das Problem erübrigen.
RE: Vorstellung und kurze Frage zur Bodenmüdigkeit -
Moonfall - 01.05.16
Auch von mir ein herzliches Willkommen, Jules.
Von der Bodenmüdigkeit habe ich auch gelesen, das soll von Ausscheidungen der Rosen über ihre Wurzeln kommen.
Bei mir wachsen in zwischen viele Rosen, manche wurden auch nach 2-3 Jahren größer als erwartet und mußten übersiedeln. Da habe ich keinen Bodentausch gemacht und andere hingepflanzt.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst einfach ein größeres Pflanzloch ausheben, und dann beim Pflanzen Erde aus dem Gemüsegarten oder anderem Beet verwenden. Die ausgehobene Erde dann in das andere Beet geben, also tauschen.
RE: Vorstellung und kurze Frage zur Bodenmüdigkeit -
Gerardo - 01.05.16
Hallo Jules,
herzlich willkommen. Natürlich würden uns/mich die von Dir in den letzten 2 - 3 Jahren gepflanzten Rosen interessiern. Nur drauf los!!!
Zur Bodenmüdigkeit stelle ich gleich im Rosenkaffee auch noch eine Frage. Ich will Deine Vorstellungsrunde nicht mit Nebensächlichem füllen.
Fragen zu 'Baumkletterern' werden Dir hier sicher auch gerne beantwortet.
RE: Vorstellung und kurze Frage zur Bodenmüdigkeit -
greta - 05.05.16
Hallo Jules und willkommen im Forum
Rosen sondern "Stoffe" aus ihren Wurzeln ab, die für nachgepflanzte Rosen ungünstig sind, deshalb sollte man die Erde austauschen. Ich mache das bereits, wenn die Rose nur z.b. 1 Jahr an ihrem Platz gestanden hat, andere gehen von 3 Jahren aus. Es gibt unterschiedliche Meinungen dazu.
Faustregel dazu : je länger die Standzeit war, je mehr Austausch.
Rosen, die lange auf ihrem Platz stehen, werden mit den Jahren größer und bilden mehr Wurzeln. Daß der Boden, in dem sie wachsen, müde wird, sie zu ernähren, konnte ich hier noch nicht beobachten. Bodenmüdigkeit verstehe ich so, daß nachgepflanzte Rosen frische Erde bekommen sollten.
Im Frühjahr ist Rosenschnitt und Düngezeit, je nach Bodenbeschaffenheit sollte das ausreichen.
Sandboden oder anderer eher magerer Boden braucht mehr Futter.
Zurück zu Deiner Frage : wenn Du auf Plätzen, wo jahrelang Rosen standen, andere Rosensorten pflanzen willst, würde ich definitiv die Erde austauschen und zwar großzügig je nach Strauchgröße. Die ausgehobene Erde kannst Du anderweitig verwenden, aber die neue Rose sollte frische Erde bekommen.
RE: Vorstellung und kurze Frage zur Bodenmüdigkeit - Jules - 07.05.16
Hallo Freiburgbalkon, Moonfall, Gerardo und Greta,
lieben Dank für Eure Antworten und Willkommensgrüße.
Bzgl. der "Bodenmüdigkeit" bzw. "Rosenmüdigkeit" (wohl eher zutreffend) bin ich zu dem Schluss gekommen, bei Neupflanzung vorsichtshalber sofort den Boden auszutauschen- also auch, wenn die Rose davor nur sehr kurz dort war.
Die Frage hatte ich deshalb gestellt, da ich vor ca. 3 Jahren vier Elmshorn- Exemplare neben eine Gartenbank gepflanzt hatte, was sich jetzt nachträglich als Fehlentscheidung herausstellte. In meiner Rosen-Unerfahrenheit hatte ich zum einen absolut nicht bedacht, dass die Elmshorn keinen Duft hat...Neben einer Gartenbank natürlich ein No-go! Zum anderen sind mir alle vier diesen Winter bis zum Boden runtergefroren. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet, da sie bei Schultheis als "sehr winterhart" ausgewiesen war und wir in diesem Jahr keine dauerhaften, extremen Minusgrade hatten. Könnte allerdings auch der Wind gewesen sein: Wohne in Südniedersachsen auf ca. 340m, hier weht schon ab und an ein Lüftchen..
Lange Rede, kurzer Sinn: Elmshorn musste weichen und 2 Fantin Latour haben nun dort ein neues zu Hause gefunden. Folgende Rosen sind in meinem Garten (seit ca. 3 Jahren oder kürzer) beheimatet:
Bodendecker:
Knirps, Sonnenröschen und Lupo an einem Hangbeet (in der Hoffnung, den Giersch dort zu verdrängen...)
enlglische Rosen im Kübel:
Harlow Carr (ein Blühwunder)
Old Wollerton Hall (ungewöhnlicher Duft) und
Jude the Obscure
Mme Hardy und
Königin von Dänemark (mickern beide etwas, evtl. zu schattig, die Hoffnung stirbt zuletzt)
Rosa Rugosa Hansa: ablsolut gesund, duftet toll, steht auch nicht besonders sonnig
Rosarium Uetersen (steht auch schattig, wächst und blüht wie irre)
weiße Jaques Cartier
Rambler:
Ayrshire Queen (mein absoulter Liebling bisher, hat innerhalb von einem Jahr den Balkon erklommen, tolle Blüte, duftet hier nach Lakritz)- Foto wird sicher folgen!
Lykkefund (erst kürzlich als Containerware gepflanzt, soll einen kleinen Schuppen erklimmen)
Paul`s Himalayan Musk (an einer Birke, 2. Standjahr, noch nicht geblüht: hatte letztes Jahr kleine Blütenknospen, die sich irgendwie unter Blattläusen auflösten..)
Snowflake (an einem alten Apfelbaum, 2. Standjahr, bis her keine Blüte, bin gespannt)
Mme Sancy de Parabere (an Treppengeländer, blüht extrem früh)
New Dawn (an Hauswand, blüht toll, leider kaum Duft)
Pink Cloud (an Terrassenpfeiler, sieht sehr gesund aus, duftet aber absolut nicht so, wie Schultheis angibt- eher gar nicht..)
Rosa Multiflora (an Grundstücksgrenze, zwischen Hecken, soll Loch schließen)
Edelrosen: Queen Elizabeth Rose und Sebastian Schultheis (an Hauswand, neben den anderen, "alten" Edelrosen, die schon beim Hauskauf da waren)
Mary Rose (wächst und blüht toll)
Abraham Darby (mickert etwas)
White Roadrunner
Rose de Resht (vor Wohnzimmerfenster, irrer Duft, sehr gesund)
Mme Isaac Pereire (Bourbonrose, ein Traum an der Hauswand! Auch eine meiner Favourits)
Fritz Nobis
Erinnerung an Brod
Maxima
(alle drei an Grundstücksgrenze: leider hat der Landwirt sie beim Mähen alle "angemäht" und viele Triebe angeschreddert....

habe sie runtergeschnitten, wachsen jetzt erneut, aber langsam, mal schaun...)
Petit Papillon
Gruß an Labenz
Mary Manners
Westerland (gesund, öfterblühend, toller Duft)
Fantin Latour
Unser Boden hier: fruchtbar, eher lehmig, lockere ihn durch Lavagranulat auf
So, jetzt habe ich euch "zugeballert"....und hoffentlich nicht gelangweilt!
Schönes Wochende
Jules