09.12.17, 02:41
Du, Landfrau, 
vielleicht ist das bei Dir in Mac-Pomm anders, und wenn, dann würde ich mich aus vollem Herzen freuen!
Was ich hier am Ostrand Nordrhein-Westfalens an greening sehe, ist jedenfalls absolut kein Grund zum Jubeln! Brache, auf umgebenden Feldstreifen? - Hier nicht.
Hecken? Ach, wie gerne sähe ich hier Vogelschutz- und Windfanghecken! Aber sie werden nicht angepflanzt.
Möglicherweise werden die verschiedenen 'greeningstrategien' in den den unterschiedlichen Bundesländern auch unterschiedlich gehandhabt. Ich weiß es nicht. Ich kann nur von dem berichten, was ich vor meiner Nase sehe und direkt mitbekomme.
Ja, natürlich, Brigitte,
müsste man alle Verwandten des Glyphosats und vor allem die Neonicontnamide auch verbieten... Ich sage nur: die breite Öffentlichkeit hat sich auf das Wort Glyphosat eingeschossen, es stellt inzwischen für sie so etwas wie ein Synonym für "Chemie auf dem Acker" dar.
Wenn die breite Öffentlichkeit mehr Namen kennen würde, würden sie auch dagegen rufen.
Und klar kann man Herbizide genau dosieren, das Zeug muss NICHT auf die Randstreifen mit ausgegekippt werden! - Wird es aber. Ich habe lange Zeit angenommen, die Randstreifen besäßen gesetzlich einen gewissen Schutz, genau wegen der Artenvielfalt. Was ich sehe, belehrt mich eines Besseren.
Das sah ich übrigens auch schon in Dortmund. Da wird bewusst gerade die Randstreifenflora durch erneute Spritzungen ( mitten im Jahr) weggekillt, sofern sich dort etwas angesiedelt hat, was dem Bauern nicht gefällt.
Es war die Sache mit dem guten Heinrich und der Melde. Ich habe ja Hunde, jetzt nur noch einen, jedenfalls laufe ich recht viel. Und irgendwo in einer stillen Ecke, neben einem Wäldchen, einem Abfallhaufen, begleitet von Brombeergebüsch, am Rande eines Feldes, sah sich sie: Melden - und guter Heinrich! Wild wachsend!
Hach, was habe ich mich gefreut! Diese Samen musste ich nun nicht mehr tauschen oder irgendwo einkaufen, ich musste ja nur warten, bis sie reif waren!
Glücklich lief ich immer wieder dort vorbei, um mir "meine" Pflanzen anzugucken.
Tja, Pustekuchen. Mitten im Jahr wurde dieser Randstreifen besprüht, und was ich eines Morgens fand, waren sich vor Gift kringelnde, gelbe und verdorrende Kräuter.
Ja, eigentlich darf Glyphosat in Deutschland nur noch zweimal im Jahr auf derselben Fläche, bei dem selben Gewächs, eingesetzt werden. Wenn man sich die Aufteilungen in Winter- und Sommersaat anschaut, haben wir schon 4 mal Glyphosat legal erlaubt auf dem Acker.
Und ob sich an diese Begrenzung gehalten wird, ist wiederum eine Frage.
Und nun, Gegenfrage: Was ist gewonnen, wenn in einem Jahr nur zweimal Glyphosat gesprüht wird oder viermal? Oder sechsmal? Ziel ist die Bekämpfung der Unkräuter. Schreibt die Gesetzgebung zahlenmäßige Einsatzgrenzen vor, wird vielleicht die erste Dosis erhöht? Und was macht es überhaupt für einen Unterschied, wenn ein Acker 40 Jahre lang mit dem Zeug behandelt wurde, ganz wurscht, ob nun zweimal oder viermal im Jahr? Mehr als tot können unsere Beikräuter ja nicht werden!
Ich denke, ich verstehe Dich schon. Du siehst die Sache differenzierter. Du weisst, Glyphosat ist nicht das einzig schädliche Mittel, es wird sich nur gerade daran aufgehangen. Das Verbot von Glyphosat bedeutet eigentlich nichts, wenn nicht noch andere, genauere Regelungen greifen würden.
Aber ich sage es mal so, wie es mit meinem Empfinden übereinstimmt: Wenn in Deutschland das Glyphosat verboten wird, ist das ein erster Schritt, der weitere Aufmerksamkeit und weitere Schritte nach sich ziehen könnte. Die Menschen würden bald aufmerksam darauf, dass es auch andere, Glyphosat ähnliche Mittel gibt, die man auch vermeiden müsste, dass auch die Neonicotinamide fallen müssten...
So ungerecht es vielleicht genau gegen Glyphosat ist, es wäre ein erster Schritt, der Schule machen könnte. Eine erste Hürde der Turbolandwirschaft wäre gefallen.
****
Und ja, ich weiß, Du glaubst nicht daran, dass Bio-Ackerbau auf großen Flächen die Menschen der Erde nähren könnte. Ich auch nicht. Aber es gibt ja Alternativen.
Ausgerechnet die Kuwaitis ( oder waren es die Saudis?) haben damit angefangen:
Mehrstöckige Gebäude mit Glaskuppeln oben, oben wachsen Früchte und Gemüse, unten, auch halbwegs sonnenbeschienen, stehen Schweine und Kühe. Ihr Dung ist Nahrung für die Pflanzen oben, und das, was als Frucht dabei herauskommt, wird tatsächlich als BIO verkauft. Und die Reste der Pflanzen oben, sie nähren die Tiere unten. Die Gebäude sind klimaneutral, sie heizen und kühlen sich selber und produzieren ihren eigenen Strom. Sogar ihr Wasser finden sie selber durch recht einfache Verdunstungstrichter.
Toll finde ich das auch nicht! Aber es ist eine Denkmöglichkeit. Und derer gibt es viele. Vielleicht muss man sich mal ein wenig von alten Denkmodellen lösen.
LG
Anjoli

vielleicht ist das bei Dir in Mac-Pomm anders, und wenn, dann würde ich mich aus vollem Herzen freuen!
Was ich hier am Ostrand Nordrhein-Westfalens an greening sehe, ist jedenfalls absolut kein Grund zum Jubeln! Brache, auf umgebenden Feldstreifen? - Hier nicht.
Hecken? Ach, wie gerne sähe ich hier Vogelschutz- und Windfanghecken! Aber sie werden nicht angepflanzt.
Möglicherweise werden die verschiedenen 'greeningstrategien' in den den unterschiedlichen Bundesländern auch unterschiedlich gehandhabt. Ich weiß es nicht. Ich kann nur von dem berichten, was ich vor meiner Nase sehe und direkt mitbekomme.
Ja, natürlich, Brigitte,
müsste man alle Verwandten des Glyphosats und vor allem die Neonicontnamide auch verbieten... Ich sage nur: die breite Öffentlichkeit hat sich auf das Wort Glyphosat eingeschossen, es stellt inzwischen für sie so etwas wie ein Synonym für "Chemie auf dem Acker" dar.
Wenn die breite Öffentlichkeit mehr Namen kennen würde, würden sie auch dagegen rufen.
Und klar kann man Herbizide genau dosieren, das Zeug muss NICHT auf die Randstreifen mit ausgegekippt werden! - Wird es aber. Ich habe lange Zeit angenommen, die Randstreifen besäßen gesetzlich einen gewissen Schutz, genau wegen der Artenvielfalt. Was ich sehe, belehrt mich eines Besseren.
Das sah ich übrigens auch schon in Dortmund. Da wird bewusst gerade die Randstreifenflora durch erneute Spritzungen ( mitten im Jahr) weggekillt, sofern sich dort etwas angesiedelt hat, was dem Bauern nicht gefällt.
Es war die Sache mit dem guten Heinrich und der Melde. Ich habe ja Hunde, jetzt nur noch einen, jedenfalls laufe ich recht viel. Und irgendwo in einer stillen Ecke, neben einem Wäldchen, einem Abfallhaufen, begleitet von Brombeergebüsch, am Rande eines Feldes, sah sich sie: Melden - und guter Heinrich! Wild wachsend!
Hach, was habe ich mich gefreut! Diese Samen musste ich nun nicht mehr tauschen oder irgendwo einkaufen, ich musste ja nur warten, bis sie reif waren!
Glücklich lief ich immer wieder dort vorbei, um mir "meine" Pflanzen anzugucken.
Tja, Pustekuchen. Mitten im Jahr wurde dieser Randstreifen besprüht, und was ich eines Morgens fand, waren sich vor Gift kringelnde, gelbe und verdorrende Kräuter.
Ja, eigentlich darf Glyphosat in Deutschland nur noch zweimal im Jahr auf derselben Fläche, bei dem selben Gewächs, eingesetzt werden. Wenn man sich die Aufteilungen in Winter- und Sommersaat anschaut, haben wir schon 4 mal Glyphosat legal erlaubt auf dem Acker.
Und ob sich an diese Begrenzung gehalten wird, ist wiederum eine Frage.
Und nun, Gegenfrage: Was ist gewonnen, wenn in einem Jahr nur zweimal Glyphosat gesprüht wird oder viermal? Oder sechsmal? Ziel ist die Bekämpfung der Unkräuter. Schreibt die Gesetzgebung zahlenmäßige Einsatzgrenzen vor, wird vielleicht die erste Dosis erhöht? Und was macht es überhaupt für einen Unterschied, wenn ein Acker 40 Jahre lang mit dem Zeug behandelt wurde, ganz wurscht, ob nun zweimal oder viermal im Jahr? Mehr als tot können unsere Beikräuter ja nicht werden!
Ich denke, ich verstehe Dich schon. Du siehst die Sache differenzierter. Du weisst, Glyphosat ist nicht das einzig schädliche Mittel, es wird sich nur gerade daran aufgehangen. Das Verbot von Glyphosat bedeutet eigentlich nichts, wenn nicht noch andere, genauere Regelungen greifen würden.
Aber ich sage es mal so, wie es mit meinem Empfinden übereinstimmt: Wenn in Deutschland das Glyphosat verboten wird, ist das ein erster Schritt, der weitere Aufmerksamkeit und weitere Schritte nach sich ziehen könnte. Die Menschen würden bald aufmerksam darauf, dass es auch andere, Glyphosat ähnliche Mittel gibt, die man auch vermeiden müsste, dass auch die Neonicotinamide fallen müssten...
So ungerecht es vielleicht genau gegen Glyphosat ist, es wäre ein erster Schritt, der Schule machen könnte. Eine erste Hürde der Turbolandwirschaft wäre gefallen.
****
Und ja, ich weiß, Du glaubst nicht daran, dass Bio-Ackerbau auf großen Flächen die Menschen der Erde nähren könnte. Ich auch nicht. Aber es gibt ja Alternativen.
Ausgerechnet die Kuwaitis ( oder waren es die Saudis?) haben damit angefangen:
Mehrstöckige Gebäude mit Glaskuppeln oben, oben wachsen Früchte und Gemüse, unten, auch halbwegs sonnenbeschienen, stehen Schweine und Kühe. Ihr Dung ist Nahrung für die Pflanzen oben, und das, was als Frucht dabei herauskommt, wird tatsächlich als BIO verkauft. Und die Reste der Pflanzen oben, sie nähren die Tiere unten. Die Gebäude sind klimaneutral, sie heizen und kühlen sich selber und produzieren ihren eigenen Strom. Sogar ihr Wasser finden sie selber durch recht einfache Verdunstungstrichter.
Toll finde ich das auch nicht! Aber es ist eine Denkmöglichkeit. Und derer gibt es viele. Vielleicht muss man sich mal ein wenig von alten Denkmodellen lösen.
LG
Anjoli
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.12.17, 03:14 von Anjoli.)