18.09.11, 08:51
Endlich habe ich mal die Muße, um diesen schönen Strang hochzuholen und zu lesen.
Fürr mich ist der Garten der Ort, an dem meine Hände glücklich sind in der Erde.
Und ein Garten hat hat auch immer eine Gärtnerin oder einen Gärtner, der ihn hegt und pflegt und ordnet. Da steckt nicht nur einfach so das gotische "gard" für "gehege", ein mit Gerten umzäuntes Gelände drin. Manchmal ist die Grenze zum "wilden Land" unsichtbar, da gibt es fließende Übergänge zum umgebenden Land, manchmal ist die Grenze auch fest abgesteckt. So ist die Dahlienreihe zum Gartennachbarn auf dem Grabeland von meinem Gemüsegarten auch so eine Grenze, oder die Dachziegel, die den Rindenmulchweg im Gemüsegarten zum Beet abgrenzen. Trotzdem darf in meinem Garten vieles wachsen, die Ringelblumen oder Kornblumen im Erdbeerbeet, und um das Habichtskarut, das sich ein Eckchen erobert hat, wird dann eben außenrumgepflanzt. "Aber die viele Arbeit" - das höre ich oft, und kann darüber nur still in mich reinlächeln. Ja, bin in jeder freien Minute im Garten, und es gibt sicher Notwendiges, das schwer zu tun ist, oder das ich nicht so gerne mache. Dennoch für mich ist das Muße, Kontemplation, eine Zeit, in der meine Gedanken mal ruhen dürfen. Ein ort, wo es still ist, und ich still sein darf.
Und wo sonst kann ich einen Apfel direkt vom Baum pflücken, die Himbeeren von der Hand in den Mund. Morgens in eine Wolldecke eingekuschelt sitzen und dem Geplapper der Stare zuhören? Mich freuen, daß ich mal wieder ernten kann, wo ich nicht gesäät habe (der Feldsalat, den ich habe blühen lassen und ausfallen, ist jetzt schon erntereif).
Mein Gartennachbar, bei dem alles in Reih und Glied wächst, mit dem Zollstock ausgerichtet, die Wege aussehen wie geleckt, hat mein Stück spöttisch als "Gesamtkunstwerk" bezeichnet, in das man mal mit der Sense reinmüßte..... aber genau das ist es für mich: ein Gesamtkunstwerk der Natur, in das ich nur behutsam und ordnend eingreife.
LG
tulipan
Fürr mich ist der Garten der Ort, an dem meine Hände glücklich sind in der Erde.

Und ein Garten hat hat auch immer eine Gärtnerin oder einen Gärtner, der ihn hegt und pflegt und ordnet. Da steckt nicht nur einfach so das gotische "gard" für "gehege", ein mit Gerten umzäuntes Gelände drin. Manchmal ist die Grenze zum "wilden Land" unsichtbar, da gibt es fließende Übergänge zum umgebenden Land, manchmal ist die Grenze auch fest abgesteckt. So ist die Dahlienreihe zum Gartennachbarn auf dem Grabeland von meinem Gemüsegarten auch so eine Grenze, oder die Dachziegel, die den Rindenmulchweg im Gemüsegarten zum Beet abgrenzen. Trotzdem darf in meinem Garten vieles wachsen, die Ringelblumen oder Kornblumen im Erdbeerbeet, und um das Habichtskarut, das sich ein Eckchen erobert hat, wird dann eben außenrumgepflanzt. "Aber die viele Arbeit" - das höre ich oft, und kann darüber nur still in mich reinlächeln. Ja, bin in jeder freien Minute im Garten, und es gibt sicher Notwendiges, das schwer zu tun ist, oder das ich nicht so gerne mache. Dennoch für mich ist das Muße, Kontemplation, eine Zeit, in der meine Gedanken mal ruhen dürfen. Ein ort, wo es still ist, und ich still sein darf.
Und wo sonst kann ich einen Apfel direkt vom Baum pflücken, die Himbeeren von der Hand in den Mund. Morgens in eine Wolldecke eingekuschelt sitzen und dem Geplapper der Stare zuhören? Mich freuen, daß ich mal wieder ernten kann, wo ich nicht gesäät habe (der Feldsalat, den ich habe blühen lassen und ausfallen, ist jetzt schon erntereif).
Mein Gartennachbar, bei dem alles in Reih und Glied wächst, mit dem Zollstock ausgerichtet, die Wege aussehen wie geleckt, hat mein Stück spöttisch als "Gesamtkunstwerk" bezeichnet, in das man mal mit der Sense reinmüßte..... aber genau das ist es für mich: ein Gesamtkunstwerk der Natur, in das ich nur behutsam und ordnend eingreife.
LG
tulipan
No matter how small your garden - always leave a few acres to wild woodland