20.06.15, 03:34
Es geht weiter mit den neuen Vögeln.
Kürzlich flog ein Pulk Jungvögel um’s Haus. Bachstelzen waren dabei und gelbe, die bei der Rast auf dem Dach genau so wippten, Gebirgsstelzen, nehme ich an, die ja auch immer hier brüten. Aber kaum wollte ich genauer hinschauen, waren sie wieder weg, kamen zu einer weiteren Runde, aber genau so überraschend und genau so schnell wieder veschwunden.
Von Bachstelzen sah ich kurz drauf ein Foto, das sie, schon ein paar Wochen alt, noch in der Jugendfärbung zeigte. Möglicherweise waren die, die ich gezeigt hatte und die sich wie Jungvögel gebärdet hatten, also doch Erwachsene, die für kurze Zeit das freie Leben genossen und nur am Turteln waren. Ich bin ja nur Beobachterin und Gschichtenerzählerin, da können sich Fehler einschleichen. Märzhase, du weißt da glaub ich mehr, also gerne immer „besserwissen“ und korrigieren.
Als die Stelzen um’s Haus tourten, war ein Grauschnäpper (meine Itschips) besonders aufgebracht. Er hielt sich immer am Saatplatz auf und saß am liebsten auf einem Tomatengerüst.
Sonst immer friedlich, wurde auch ich plötzlich ausgeschimpft, als wär er ein Rotschwänzchen. Bis ich sah, warum er den Saatplatz zu seinem Revier erklärt hat und mich auch beim Tomatenkübelgießen beschimpfte. Denn auf einmal sah ich ihn mit Futter im Schnabel von seinem Tomatenbeobachtungsposten über die Durchfahrt fliegen zu den Pferdeboxen auf der anderen Seite. Heimlich hab ich dann das Ziel genauer beobachtet. Es war ein alter Sicherungskasten, und dort oben war ein Nest hineingequetscht.
Gleich dort musste ich aber immer an die Tonne zum Gießen, da stehen viele Tomatenkübel, das war jetzt ein Spießrutenlaufen. Ich habe immer zum Kasten geschielt, tat aber so, als interessiert mich dieser Kasten üüüberhaupt nicht.
Nachdem die kleinen Itschips schon so einsehbar in ihrem seltsamen Nest saßen, musste ich aber doch zur Kamera greifen. Immer aus respektablem Abstand und nur kurz und lieber später noch einmal. Denn die Vögel, wie auch andere Tiere, spüren genau, ob ich mich jetzt tatsächlich nur für die Tomaten interessiere oder mich auf die Kleinlinge konzentriere. Letzteres wurde nicht geduldet und ich musste das respektieren, sonst wären die Kleinen nicht gefüttert worden.
Und hier sind sie:
Erst die Beobachtungsposten:
![[Bild: cznfdsfaqkboto1vr.jpg]](http://666kb.com/i/cznfdsfaqkboto1vr.jpg)
![[Bild: cznfery77d9jsnn2f.jpg]](http://666kb.com/i/cznfery77d9jsnn2f.jpg)
Hier war ich vorher zu nahe am Sicherungskasten und der Itschip flog mir gleich hinterher in den Garten.
![[Bild: cznfflodzutlbghon.jpg]](http://666kb.com/i/cznfflodzutlbghon.jpg)
Vor allem angesichts von Eichelhähern und Krähen, die dort rumfliegen, wusste er, dass er etwas riskant und offen gebaut hatte, und ich musste’s jetzt ausbaden.
![[Bild: czng3g1jwy90svyiv.jpg]](http://666kb.com/i/czng3g1jwy90svyiv.jpg)
![[Bild: czng49f4dtjq8ppc7.jpg]](http://666kb.com/i/czng49f4dtjq8ppc7.jpg)
Noch im Nest ist Putzen angesagt, sehr zum Missfallen des anderen. Putzen ist eigentlich immer die erste Aktion nach dem Ausflug, der hier ist früh dran:
![[Bild: czng51cz4p1azj8g7.jpg]](http://666kb.com/i/czng51cz4p1azj8g7.jpg)
Fertig, um der Welt entgegenzutreten:
![[Bild: czng7gpcdagph343r.jpg]](http://666kb.com/i/czng7gpcdagph343r.jpg)
Der kleinere noch nicht, ihn hat die Putzerei ermüdet:
![[Bild: czng9i8nqo55flqiv.jpg]](http://666kb.com/i/czng9i8nqo55flqiv.jpg)
Aber schon kommt die Stärkung. Nicht nur für 3, sondern für 4 Schnäbel, wie ich auf einem unschärferen Foto erkennen konnte.
![[Bild: czngawrqs78k416rr.jpg]](http://666kb.com/i/czngawrqs78k416rr.jpg)
Auch das macht müde:
![[Bild: czngfcczl37bp226f.jpg]](http://666kb.com/i/czngfcczl37bp226f.jpg)
Aber nicht mehr, als ich mal ein bisschen näher herankam:
![[Bild: cznggdso6of4qdg1z.jpg]](http://666kb.com/i/cznggdso6of4qdg1z.jpg)
Danach wurde einer zum Aufpassen abgestellt:
![[Bild: cznghrd1p2tgivnuv.jpg]](http://666kb.com/i/cznghrd1p2tgivnuv.jpg)
Als ich den einen beim Putzen sah und später groß und aufrecht im Nest sitzen, war klar, jeden Moment konnte es jetzt losgehen mit dem Ausflug. Und dann fiel mir die Tonne ein, die fast unterm Nest steht, ohne Deckel. Zu riskant, fand ich, denn vielleicht geht der erste Flugversuch senkrecht nach unten. Also habe ich nach einer Platte gesucht, groß genug zum Abdecken, aber leicht genug, dass ich sie ständig runternehmen kann. Eine der übrigen Umrandungsplatten vom Hochbeet wurde’s dann. Zu blöd, nie hat’s geregnet, aber ausgerechnet jetzt immer wieder. Denn die Tonne steht unter einer defekten Dachrinne und ich kann sie nicht abklemmen. Natürlich bollerte in der Nachtl das Wasser auf die Platte, was ihr nicht bekam, aber ein Vogelleben ist wichtiger als eine Platte.
Und es war genau zur rechten Zeit. Heute morgen sah ich kurz im Birnbaum ein Kleinchen, dann piepste es nur aus dem Baum und irgendwann folgte dem Piep ein kleines Tschip, das Itschip war also schon gelernt.
Ich ging gleich vorsichtig zum Nest, aber darin saß noch einer. Später folgten noch mehr kleine Pieptschips und jetzt ist das seltsame Nest leer. Am Nachmittag wurde ich immer noch beschimpft, jetzt aber nicht mehr, wenn ich zum Wasser ging, sondern wenn in Richtung Birnbaum.
Inzwischen kann ich wieder in Ruhe die Tomaten gießen und mich freundlich auf itschipsch unterhalten.
Liebe Grüße, Lilli
Kürzlich flog ein Pulk Jungvögel um’s Haus. Bachstelzen waren dabei und gelbe, die bei der Rast auf dem Dach genau so wippten, Gebirgsstelzen, nehme ich an, die ja auch immer hier brüten. Aber kaum wollte ich genauer hinschauen, waren sie wieder weg, kamen zu einer weiteren Runde, aber genau so überraschend und genau so schnell wieder veschwunden.
Von Bachstelzen sah ich kurz drauf ein Foto, das sie, schon ein paar Wochen alt, noch in der Jugendfärbung zeigte. Möglicherweise waren die, die ich gezeigt hatte und die sich wie Jungvögel gebärdet hatten, also doch Erwachsene, die für kurze Zeit das freie Leben genossen und nur am Turteln waren. Ich bin ja nur Beobachterin und Gschichtenerzählerin, da können sich Fehler einschleichen. Märzhase, du weißt da glaub ich mehr, also gerne immer „besserwissen“ und korrigieren.
Als die Stelzen um’s Haus tourten, war ein Grauschnäpper (meine Itschips) besonders aufgebracht. Er hielt sich immer am Saatplatz auf und saß am liebsten auf einem Tomatengerüst.
Sonst immer friedlich, wurde auch ich plötzlich ausgeschimpft, als wär er ein Rotschwänzchen. Bis ich sah, warum er den Saatplatz zu seinem Revier erklärt hat und mich auch beim Tomatenkübelgießen beschimpfte. Denn auf einmal sah ich ihn mit Futter im Schnabel von seinem Tomatenbeobachtungsposten über die Durchfahrt fliegen zu den Pferdeboxen auf der anderen Seite. Heimlich hab ich dann das Ziel genauer beobachtet. Es war ein alter Sicherungskasten, und dort oben war ein Nest hineingequetscht.
Gleich dort musste ich aber immer an die Tonne zum Gießen, da stehen viele Tomatenkübel, das war jetzt ein Spießrutenlaufen. Ich habe immer zum Kasten geschielt, tat aber so, als interessiert mich dieser Kasten üüüberhaupt nicht.
Nachdem die kleinen Itschips schon so einsehbar in ihrem seltsamen Nest saßen, musste ich aber doch zur Kamera greifen. Immer aus respektablem Abstand und nur kurz und lieber später noch einmal. Denn die Vögel, wie auch andere Tiere, spüren genau, ob ich mich jetzt tatsächlich nur für die Tomaten interessiere oder mich auf die Kleinlinge konzentriere. Letzteres wurde nicht geduldet und ich musste das respektieren, sonst wären die Kleinen nicht gefüttert worden.
Und hier sind sie:
Erst die Beobachtungsposten:
![[Bild: cznfdsfaqkboto1vr.jpg]](http://666kb.com/i/cznfdsfaqkboto1vr.jpg)
![[Bild: cznfery77d9jsnn2f.jpg]](http://666kb.com/i/cznfery77d9jsnn2f.jpg)
Hier war ich vorher zu nahe am Sicherungskasten und der Itschip flog mir gleich hinterher in den Garten.
![[Bild: cznfflodzutlbghon.jpg]](http://666kb.com/i/cznfflodzutlbghon.jpg)
Vor allem angesichts von Eichelhähern und Krähen, die dort rumfliegen, wusste er, dass er etwas riskant und offen gebaut hatte, und ich musste’s jetzt ausbaden.
![[Bild: czng3g1jwy90svyiv.jpg]](http://666kb.com/i/czng3g1jwy90svyiv.jpg)
![[Bild: czng49f4dtjq8ppc7.jpg]](http://666kb.com/i/czng49f4dtjq8ppc7.jpg)
Noch im Nest ist Putzen angesagt, sehr zum Missfallen des anderen. Putzen ist eigentlich immer die erste Aktion nach dem Ausflug, der hier ist früh dran:
![[Bild: czng51cz4p1azj8g7.jpg]](http://666kb.com/i/czng51cz4p1azj8g7.jpg)
Fertig, um der Welt entgegenzutreten:
![[Bild: czng7gpcdagph343r.jpg]](http://666kb.com/i/czng7gpcdagph343r.jpg)
Der kleinere noch nicht, ihn hat die Putzerei ermüdet:
![[Bild: czng9i8nqo55flqiv.jpg]](http://666kb.com/i/czng9i8nqo55flqiv.jpg)
Aber schon kommt die Stärkung. Nicht nur für 3, sondern für 4 Schnäbel, wie ich auf einem unschärferen Foto erkennen konnte.
![[Bild: czngawrqs78k416rr.jpg]](http://666kb.com/i/czngawrqs78k416rr.jpg)
Auch das macht müde:
![[Bild: czngfcczl37bp226f.jpg]](http://666kb.com/i/czngfcczl37bp226f.jpg)
Aber nicht mehr, als ich mal ein bisschen näher herankam:
![[Bild: cznggdso6of4qdg1z.jpg]](http://666kb.com/i/cznggdso6of4qdg1z.jpg)
Danach wurde einer zum Aufpassen abgestellt:
![[Bild: cznghrd1p2tgivnuv.jpg]](http://666kb.com/i/cznghrd1p2tgivnuv.jpg)
Als ich den einen beim Putzen sah und später groß und aufrecht im Nest sitzen, war klar, jeden Moment konnte es jetzt losgehen mit dem Ausflug. Und dann fiel mir die Tonne ein, die fast unterm Nest steht, ohne Deckel. Zu riskant, fand ich, denn vielleicht geht der erste Flugversuch senkrecht nach unten. Also habe ich nach einer Platte gesucht, groß genug zum Abdecken, aber leicht genug, dass ich sie ständig runternehmen kann. Eine der übrigen Umrandungsplatten vom Hochbeet wurde’s dann. Zu blöd, nie hat’s geregnet, aber ausgerechnet jetzt immer wieder. Denn die Tonne steht unter einer defekten Dachrinne und ich kann sie nicht abklemmen. Natürlich bollerte in der Nachtl das Wasser auf die Platte, was ihr nicht bekam, aber ein Vogelleben ist wichtiger als eine Platte.
Und es war genau zur rechten Zeit. Heute morgen sah ich kurz im Birnbaum ein Kleinchen, dann piepste es nur aus dem Baum und irgendwann folgte dem Piep ein kleines Tschip, das Itschip war also schon gelernt.
Ich ging gleich vorsichtig zum Nest, aber darin saß noch einer. Später folgten noch mehr kleine Pieptschips und jetzt ist das seltsame Nest leer. Am Nachmittag wurde ich immer noch beschimpft, jetzt aber nicht mehr, wenn ich zum Wasser ging, sondern wenn in Richtung Birnbaum.
Inzwischen kann ich wieder in Ruhe die Tomaten gießen und mich freundlich auf itschipsch unterhalten.
Liebe Grüße, Lilli
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen