16.09.11, 03:38
5.9.2009
Hallo Silvia,
das sind wohl Hausrotschwänze. Herrlich, wie sie die Baustelle bewohnen .
Bei uns war’s beim Umbau nicht so einfach. Da hatten wir noch viele Schwalben, die jeden freien centimeter für Nester nutzten. Auch da, wo eine Mauer hochgezogen wurde, war sofort eins an der Decke, weil das Gebäude offen stand. So habe ich an dieser Stelle einen Baustopp verhängen müssen. Es musste an anderer Stelle weitergearbeitet werden, damit die Schwalben ungestört füttern konnten. Jeden Tag war mein erster Gang auf der Baustelle zum Schwalbennest, denn es wurde eilig, die Tür wartete auf den Einbau dort. Die Mauer wurde noch fertig, aber wegen den Schwalben musste ich nach dem Einzug dort selber streichen.
Lieben Gruß, Lilli
17.12.2009
Ich fang mal wieder an, es gab so vieles, das ich nicht erzählen konnte.
Aber jetzt erstmal von meinen Wintergästen.
Auf den Gänsewiesen gab es bis vorletzte Woche gähnende Leere, wo sich
sonst längst Schwäne, Reiher und co getummelt hatten. Ein paar Schwäne
flogen hin und wieder vorbei, Gänse sowieso immer, aber sie kamen nicht zu
uns. Wir hatten schon spekuliert, den Gänsen fehlt ihr Magnet in der Nähe,
das Feld, auf dem immer der leckere Winterweizen stand und jetzt erstmals
hoher Bewuchs, auf dem sie nicht landen können. Die Schwäne sind vielleicht
noch geschockt vom letzten Jahr und wollen nicht mehr auf diese Wiesen
zurück. Die empfindlichen Silberreiher vielleicht im letzten harten Winter
erfroren oder vom Frost vertrieben. Ein Trauerspiel, dieser
Dezemberanfang.
Die Gänse immerhin, die hatten auf einmal irgendeinen attraktiven Platz
gefunden, zu dem die Route über unser Haus führte. Unglaublich viele, die
inzwischen eingetroffen waren, flogen morgens dorthin und abends zurück,
immer lauthals. Einmal wollte ich noch zur Dämmerung draußen Essen holen,
da begann grade der Rückflug. Ein großer Schwarm, nur so hoch, dass sie
grad über die Bäume kamen, dann von anderer Seite noch einer, der nächste,
und es wurden mehr und mehr und es hörte nicht auf. Ein unglaublicher Lärm
in der Luft aus allen Richtungen. Dieser Lärm ist mir zwar sehr vertraut,
aber doch selten so komprimiert. Weil die Wintergäste noch gar nicht am
Haus angelandet waren, hab ich sie fasziniert von unten angestarrt und
begrüßt - bis es zu dunkel geworden war zum Essen holen.
Dann plötzlich sah ich aus dem Fenster 2 Silberreiher anlanden. Das ist
immer eine besondere Freude, diese Bestätigung, dass sie noch da sind. Es
bleiben einfach ganz besondere Tiere für mich. Und weil keine Schwäne da
waren, um diese Zeit sonst eigentlich immer, gab es sogar Hoffnung, dass
die Wiese zum Winterhauptrevier für die Silberreiher wird. Denn
seltsamerweise kommen immer nur entweder Silberreiher oder Schwäne.
Aber was sehe ich eine Stunde später? 2 Schwäne. 4 schneeweiße große Vögel
also, aber ich wusste schon, wer nun freiwillig den Platz räumen wird. Ein
Silberreiher stolzierte auf die Schwäne zu, aber die taten so, als wär er
nicht da. Was ihn vielleicht beleidigt hat, aber sie mögen die Schwäne
anscheinend sowieso nicht und kapitulieren immer schnell, auch vor
Graureihern, die sie immer zu vertreiben versuchen.
Am nächsten Tag kam nur noch ein Silberreiher und 4 Schwäne, danach sah ich
ihn noch einmal im Vorbeiflug und 2 mal auf Kurzbesuch. Aber immerhin, ich
weiß nun, dass sie wieder da sind.
Und plötzlich erschien auch die erste Gänsegruppe auf der Wiese, klein
noch, aber ich wusste, das war ein Anfang. Oft sind die Schwäne ein
Gänsemagnet, grad so, als würden sie Schutz bieten, aber auch, wenn sich
das Wetter ändert, ändern sie oft die Plätze. Tatsächlich kamen immer mehr
dazu:
![[Bild: bf0nc6whiebiuayzf.jpg]](http://666kb.com/i/bf0nc6whiebiuayzf.jpg)
Und noch mehr:
![[Bild: bf0nde37x0cceqwm3.jpg]](http://666kb.com/i/bf0nde37x0cceqwm3.jpg)
Und die nächsten im Anflug:
![[Bild: bf0neb7b6ayz2qtgb.jpg]](http://666kb.com/i/bf0neb7b6ayz2qtgb.jpg)
2 Schubkarren für den Großkompost stehen hier immer noch rum, weil der so
nah an der Gänsewiese ist, dass jedenfalls die Blässgänse gleich
aufgescheucht würden und das jetzt, wo sie endlich da waren. Die Grau- und
die Kanadagänse sind nicht so scheu.
Weißwangengänse sind auch wieder mit dabei und ein neuer Mischling.
Graugans + Weißwangengans
= Grauweißwange
+
=
![[Bild: bf0ni0oss7dhlc9sr.jpg]](http://666kb.com/i/bf0ni0oss7dhlc9sr.jpg)
Vielleicht hat der damit zu tun: Vor ein paar Jahren hatte ich beobachtet,
wie eine einzelne einsame Gans, eine Weißwange, schreiend zu einer
Graugansgruppe angeflogen kam, schreiend umherrannte, freundlich
aufgenommen wurde, obwohl sie ganz anders aussah, wie sie sich schließlich
beruhigte und die Graugansgruppe nicht mehr verließ. Täglich kam sie mit
ihnen angeflogen, obwohl ich später auch ein Grüppchen Weißwangengänse
gleich in der Nähe entdeckte. Aber von denen wollte sie nichts mehr wissen.
Wie gesagt, vielleicht hat der Mischling damit zu tun.
Seltsam auch, dass mit der ersten kleinen Graugansgruppe, die kürzlich
wieder aufgetaucht ist, auch eine Weißwange kam. Die andern waren noch auf
der Schwanenwiese, die Weißwange ganz allein auf der hinter‘m Haus. 2
Stunden hab ich sie da so gesehen, bis die Graugänse dazukamen. Eine
Weißwangengruppe ist auch wieder da, aber die sind am liebsten bei den
Kanadagänsen.
Häufig hört man hier irgendwo Schüsse. Sie schießen sich hier jetzt ihre
Weihnachtsbraten, Hasen, Fasane und Gänse. Heftig immer für mich, wo ich
durch Konrad Lorenz zumindest von den Graugänsen weiß, dass sie genauso wie
wir unter einem Partnerverlust leiden und es schwer ist, unter den festen
Paaren wieder einen neuen zu finden und sie krank werden können vor
Einsamkeit.
Ein Schuss fiel heute ganz in der Nähe und als ich rausgeschaut habe, waren
alle Wiesen leer, auch die Schwäne waren weg, die sich von nichts so
schnell aus der Ruhe bringen lassen. Hoffentlich kommen sie morgen wieder.
Andere „Gänsefeinde“ hab ich auch schon gesehen, die ersten Schafe. Noch
auf der anderen Seite der Rur, aber dann dauert es meistens nicht mehr
lang, bis sie bei uns vorbeiziehen. Viel später sonst, im Februar. Danach
kommt keine Gans mehr auf die Wiesen, aber Ende Februar machen sich die
Wintergäste sowieso oft schon auf die Rückreise. Sonst freu ich mich immer
über die Schafe, aber nicht, wenn sie soo früh die Gänse vertreiben, die
grad erst angekommen sind :-| .
Schöne Grüße
Lilli
Hallo Silvia,
das sind wohl Hausrotschwänze. Herrlich, wie sie die Baustelle bewohnen .
Bei uns war’s beim Umbau nicht so einfach. Da hatten wir noch viele Schwalben, die jeden freien centimeter für Nester nutzten. Auch da, wo eine Mauer hochgezogen wurde, war sofort eins an der Decke, weil das Gebäude offen stand. So habe ich an dieser Stelle einen Baustopp verhängen müssen. Es musste an anderer Stelle weitergearbeitet werden, damit die Schwalben ungestört füttern konnten. Jeden Tag war mein erster Gang auf der Baustelle zum Schwalbennest, denn es wurde eilig, die Tür wartete auf den Einbau dort. Die Mauer wurde noch fertig, aber wegen den Schwalben musste ich nach dem Einzug dort selber streichen.
Lieben Gruß, Lilli
17.12.2009
Ich fang mal wieder an, es gab so vieles, das ich nicht erzählen konnte.
Aber jetzt erstmal von meinen Wintergästen.
Auf den Gänsewiesen gab es bis vorletzte Woche gähnende Leere, wo sich
sonst längst Schwäne, Reiher und co getummelt hatten. Ein paar Schwäne
flogen hin und wieder vorbei, Gänse sowieso immer, aber sie kamen nicht zu
uns. Wir hatten schon spekuliert, den Gänsen fehlt ihr Magnet in der Nähe,
das Feld, auf dem immer der leckere Winterweizen stand und jetzt erstmals
hoher Bewuchs, auf dem sie nicht landen können. Die Schwäne sind vielleicht
noch geschockt vom letzten Jahr und wollen nicht mehr auf diese Wiesen
zurück. Die empfindlichen Silberreiher vielleicht im letzten harten Winter
erfroren oder vom Frost vertrieben. Ein Trauerspiel, dieser
Dezemberanfang.
Die Gänse immerhin, die hatten auf einmal irgendeinen attraktiven Platz
gefunden, zu dem die Route über unser Haus führte. Unglaublich viele, die
inzwischen eingetroffen waren, flogen morgens dorthin und abends zurück,
immer lauthals. Einmal wollte ich noch zur Dämmerung draußen Essen holen,
da begann grade der Rückflug. Ein großer Schwarm, nur so hoch, dass sie
grad über die Bäume kamen, dann von anderer Seite noch einer, der nächste,
und es wurden mehr und mehr und es hörte nicht auf. Ein unglaublicher Lärm
in der Luft aus allen Richtungen. Dieser Lärm ist mir zwar sehr vertraut,
aber doch selten so komprimiert. Weil die Wintergäste noch gar nicht am
Haus angelandet waren, hab ich sie fasziniert von unten angestarrt und
begrüßt - bis es zu dunkel geworden war zum Essen holen.
Dann plötzlich sah ich aus dem Fenster 2 Silberreiher anlanden. Das ist
immer eine besondere Freude, diese Bestätigung, dass sie noch da sind. Es
bleiben einfach ganz besondere Tiere für mich. Und weil keine Schwäne da
waren, um diese Zeit sonst eigentlich immer, gab es sogar Hoffnung, dass
die Wiese zum Winterhauptrevier für die Silberreiher wird. Denn
seltsamerweise kommen immer nur entweder Silberreiher oder Schwäne.
Aber was sehe ich eine Stunde später? 2 Schwäne. 4 schneeweiße große Vögel
also, aber ich wusste schon, wer nun freiwillig den Platz räumen wird. Ein
Silberreiher stolzierte auf die Schwäne zu, aber die taten so, als wär er
nicht da. Was ihn vielleicht beleidigt hat, aber sie mögen die Schwäne
anscheinend sowieso nicht und kapitulieren immer schnell, auch vor
Graureihern, die sie immer zu vertreiben versuchen.
Am nächsten Tag kam nur noch ein Silberreiher und 4 Schwäne, danach sah ich
ihn noch einmal im Vorbeiflug und 2 mal auf Kurzbesuch. Aber immerhin, ich
weiß nun, dass sie wieder da sind.
Und plötzlich erschien auch die erste Gänsegruppe auf der Wiese, klein
noch, aber ich wusste, das war ein Anfang. Oft sind die Schwäne ein
Gänsemagnet, grad so, als würden sie Schutz bieten, aber auch, wenn sich
das Wetter ändert, ändern sie oft die Plätze. Tatsächlich kamen immer mehr
dazu:
![[Bild: bf0nc6whiebiuayzf.jpg]](http://666kb.com/i/bf0nc6whiebiuayzf.jpg)
Und noch mehr:
![[Bild: bf0nde37x0cceqwm3.jpg]](http://666kb.com/i/bf0nde37x0cceqwm3.jpg)
Und die nächsten im Anflug:
![[Bild: bf0neb7b6ayz2qtgb.jpg]](http://666kb.com/i/bf0neb7b6ayz2qtgb.jpg)
2 Schubkarren für den Großkompost stehen hier immer noch rum, weil der so
nah an der Gänsewiese ist, dass jedenfalls die Blässgänse gleich
aufgescheucht würden und das jetzt, wo sie endlich da waren. Die Grau- und
die Kanadagänse sind nicht so scheu.
Weißwangengänse sind auch wieder mit dabei und ein neuer Mischling.
Graugans + Weißwangengans
= Grauweißwange
![[Bild: bf0nfk6eteu0yrl3v.jpg]](http://666kb.com/i/bf0nfk6eteu0yrl3v.jpg)
![[Bild: bf0ngchlzk88gm2e3.jpg]](http://666kb.com/i/bf0ngchlzk88gm2e3.jpg)
![[Bild: bf0ni0oss7dhlc9sr.jpg]](http://666kb.com/i/bf0ni0oss7dhlc9sr.jpg)
Vielleicht hat der damit zu tun: Vor ein paar Jahren hatte ich beobachtet,
wie eine einzelne einsame Gans, eine Weißwange, schreiend zu einer
Graugansgruppe angeflogen kam, schreiend umherrannte, freundlich
aufgenommen wurde, obwohl sie ganz anders aussah, wie sie sich schließlich
beruhigte und die Graugansgruppe nicht mehr verließ. Täglich kam sie mit
ihnen angeflogen, obwohl ich später auch ein Grüppchen Weißwangengänse
gleich in der Nähe entdeckte. Aber von denen wollte sie nichts mehr wissen.
Wie gesagt, vielleicht hat der Mischling damit zu tun.
Seltsam auch, dass mit der ersten kleinen Graugansgruppe, die kürzlich
wieder aufgetaucht ist, auch eine Weißwange kam. Die andern waren noch auf
der Schwanenwiese, die Weißwange ganz allein auf der hinter‘m Haus. 2
Stunden hab ich sie da so gesehen, bis die Graugänse dazukamen. Eine
Weißwangengruppe ist auch wieder da, aber die sind am liebsten bei den
Kanadagänsen.
Häufig hört man hier irgendwo Schüsse. Sie schießen sich hier jetzt ihre
Weihnachtsbraten, Hasen, Fasane und Gänse. Heftig immer für mich, wo ich
durch Konrad Lorenz zumindest von den Graugänsen weiß, dass sie genauso wie
wir unter einem Partnerverlust leiden und es schwer ist, unter den festen
Paaren wieder einen neuen zu finden und sie krank werden können vor
Einsamkeit.
Ein Schuss fiel heute ganz in der Nähe und als ich rausgeschaut habe, waren
alle Wiesen leer, auch die Schwäne waren weg, die sich von nichts so
schnell aus der Ruhe bringen lassen. Hoffentlich kommen sie morgen wieder.
Andere „Gänsefeinde“ hab ich auch schon gesehen, die ersten Schafe. Noch
auf der anderen Seite der Rur, aber dann dauert es meistens nicht mehr
lang, bis sie bei uns vorbeiziehen. Viel später sonst, im Februar. Danach
kommt keine Gans mehr auf die Wiesen, aber Ende Februar machen sich die
Wintergäste sowieso oft schon auf die Rückreise. Sonst freu ich mich immer
über die Schafe, aber nicht, wenn sie soo früh die Gänse vertreiben, die
grad erst angekommen sind :-| .
Schöne Grüße
Lilli
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen