17.09.11, 01:43
15.5.2011
Ich seh hier selten Elstern, hatte aber letztes Jahr beobachtet, wie ein Turmfalke eine Bachstelze geholt hat, grad aus dem Nest gekommen. So ist das halt, dabei mag ich Turmfalken und die wiederum brauchen Elstern, damit sie ihnen das Nest bauen. Sie wohnen gern in ausgedienten Elsternnestern. Außerdem fressen sie meine Mäuse ...
Sonst musste ich die Nesträubereien noch nie mit ansehen. Vielleicht ja auch, weil hier so viele Vögel sind. So viele, dass sie inzwischen die meisten meiner Beeren ernten.
Einmal hatte ich beobachtet, wie Spatzen in unglaublichem Tempo zum Füttern ausflogen und zurückkamen, immer aus der gleichen Richtung, bis mir klar wurde, dass sie mit den vielen Pfauenaugenraupen füttern, für die ich ganz in der Nähe die Brennesseln hatte stehen lassen.
In der Natur taugt unser Freund-Feindbild halt wenig – und trotzdem hätte ich wohl auch die Elster verjagt, wenn ich das beobachtet hätte.
Tauben hab ich aber noch nie in Attacke gesehen, ich hab hier viele davon. Wenn sie allerdings in den Bäumen rumfliegen, macht das einen Heidenlärm, was wiederum andere Vögel, zumal in der Brutzeit, vielleicht einfach nur stört.
Gestern eine Überraschung. Ich hatte die Schwalben schon auf der Vermissten-Liste. Seit 2 Jahren hatten wenigstens Mehlschwalben wieder hier gesettelt, Rauchschwalben seit dem Frost-Frühling leider nicht mehr. Sie versammeln sich im Herbst immer von der ganzen Umgebung auf den Kuhzäunen zum Abflug und kommen dort im April wieder an. Viele fliegen weiter und einige bleiben.
Nun muss ich das nicht immer mitkriegen, aber ich sah keine Schwalbe und dachte, sie hätten unsern Standort wieder aufgegeben. Vorgestern plötzlich sah ich eine. Sie flog noch nicht so elegant, war also eine ganz Junge. Nun gab es auch in der schwalbenlosen Zeit immer Rundflüge mit den Jungen aus der Umgebung. Die ersten Übungsflüge wurden immer bei uns gemacht. Aber das war kein Rundflug – und gestern waren es 2, dann mehr, und jetzt viele.
Mein Steinsessel steht an einer Stelle, an die ich gleich in der ersten Zeit hier einen Stuhl gestellt hatte für’s Schwalbenbeobachten. Ich hatte immer zum April die Tür von einer alten Pferdeboxengasse geöffnet, weil sie dort ihre Nester hatten (inzwischen steht sie ganzjährig offen, weil auch die Eule diese Gasse liebt) .Danach verwaist, hatten die Rotschwänzchen sie im letzten Jahr entdeckt und die neuen Schwalben siedelten in einer Halle.
Trotz GG-Geburtstagszeitnot hab ich mich gestern dort niedergelassen, ich wollt jetzt doch sehen, wo sie wohnen, warum ich sie nie gesehen hatte. Sie schienen in andere Gebäudeteile zu fliegen, aber plötzlich flog eine in die Gasse. Sie wohnen jetzt wohl dort mit Rotschwänzchen und scheinen sich mit denen besser zu vertragen als mit den Spatzen.
Andere Boxen sind auch für Heckenbraunellen ein Quartier geworden – Ausweichquartier für die alten Kastanie. Beim Schwalbenbeobachten fand ich noch ein ganz originelles Nest. Eine Blaumeise flog immer wieder zur Mauer und zurück, ein typisches Manöver, wenn ich ein Nest nicht sehen soll. Also habe ich den Kopf weggedreht und nur aus den Augenwinkeln geschaut, und auch so gesehen, dass sie in eine kleine Nische in der Mauer flog. Anschauen kann ich mir das Nest aber erst, wenn die Jungen raus sind. Obwohl ich neugierig bin, will ich grad jetzt dort nicht stören. Die Meisen sind sowieso recht phantasievoll bei der Nestsuche. Eine hatte einmal in einer Pumpe genistet, die ich dann nicht mehr benutzen konnte.
Stare sind wieder neue aus dem Nest, es piepste unglaublich laut in einer Linde, so laut quieken nur die Stare. Und wenn die sich erst mit den anderen Jungen versammeln, dann wird’s richtig laut. Die Kleinen schwätzen sofort drauflos, genau wie die Alten.
Heute hatte ich ein Meeting auf dem Balkon. Wir trafen fast zeitgleich dort ein, eine junge Heckenbraunelle und ich. Das Kleine wusste nicht recht, was tun, hüpfte nach rechts und nach links auf dem Geländer, was hat Mama noch mal gesagt, davonfliegen vor Menschen oder nicht? Aber egal, es klebte ein Flaum am Schnabel und der musste erstmal weg, irgendwie, damit konnte man nicht überlegen. Endlich vollbracht, musste sie sowieso wieder Fliegen üben.
Liebe Grüße, Lilli
18.5.2011
Gestern, beim Kaffeekochen am Fenster, eine neue Überraschung. Da landete
etwas Kleines quasi neben mir auf dem Fenstersims, etwas kleines
schwalbiges – mit rotem Fleck am Hals – eine Rauchschwalbe. Sie sind also
doch da, wo auch immer sie sich versteckt haben.
Später war der Himmel voller Schwalben, der Übungsrundflug aller Schwalben
mit Jungen aus der Umgebung. Jetzt fliegen nur noch unsere.
Aber nicht nur:
![[Bild: btkrvnsviltb0aqr5.jpg]](http://666kb.com/i/btkrvnsviltb0aqr5.jpg)
Die Raben sind zahlreich, wegen der Trockenheit hocken sie immer an der
Kuhtränke, aber ich erwische sie nie, sie sind so extrem scheu, dass sie
selbst bei geschlossenem Fenster abdüsen, wenn ich mich nähere. Bis auf
selten Mutige
![[Bild: btkrxoyud7oy82dpt.jpg]](http://666kb.com/i/btkrxoyud7oy82dpt.jpg)
Kurz zumindest
![[Bild: btkrycbaniviy1z3l.jpg]](http://666kb.com/i/btkrycbaniviy1z3l.jpg)
Von weitem hab ich nun doch das seltsame Mauer-Meisennest fotographiert:
![[Bild: btkrz6lmypt7slwxd.jpg]](http://666kb.com/i/btkrz6lmypt7slwxd.jpg)
Inzwischen sind auch die Heckenbraunellen aus allen Ecken hervorgeschlüpft.
Gestern saß eines auf dem Zaun, einträchtig mit einem jungen
Rotschwänzchen. Einträchtig aber nur kurz, dann hüpfte das Rotschwänzchen
auf die Heckenbraunelle, nur mal so, und flog davon, schnell, bevor Mutter
Heckenbraunelle kommt.
Hier hatte es aber Ruh:
![[Bild: btkrzw7vwd6vzmub5.jpg]](http://666kb.com/i/btkrzw7vwd6vzmub5.jpg)
Draußen herrscht jetzt ein unglaublicher Lärm. Die Stare beherrschen den
Luftraum, Buchfinken und Amseln sind auch nicht leise, wer sich noch zu
behaupten versucht, kann ich gar nicht richtig heraushören, dazwischen
immer wieder ein ganz hohes neues Piepsen, obendrüber zwischendurch der
Pirol und weiter weg der Kuckuck.
Dabei haben sich die kleinen Stare noch gar nicht zu Schwärmen
zusammengefunden. Es sind nur so viele, die grad gleichzeitig aus den
Nestern hüpfen. Vorgestern sah ich einen Star noch füttern, aber bereits
mit den Kleinen im Schlepptau. Sie haben überall in Hausnähe gebrütet, in
den großen Linden, in der Gartenpappel, aus allen Bäumen purzeln sie und
alle schreien gleichzeitig nach Futter, das die Eltern ihnen immer noch
hinterhertragen. Seit sie im Winter den Balkon entdeckt haben, wollten sie
sich offenbar nicht mehr allzu weit davon entfernen.
Gestern rief GG beim Nachhausekommen: Ruhe hier, aber es hat nichts
geholfen.
![[Bild: btks0mjwbt19gdib5.jpg]](http://666kb.com/i/btks0mjwbt19gdib5.jpg)
Ich will mehr:
![[Bild: btks1jj2btnjvg0kx.jpg]](http://666kb.com/i/btks1jj2btnjvg0kx.jpg)
bitte!
![[Bild: btks27ptj4a4o3h81.jpg]](http://666kb.com/i/btks27ptj4a4o3h81.jpg)
Komm, lass uns selber suchen, das Fliegen klappt doch schon:
![[Bild: btks2wwoicd76ugoh.jpg]](http://666kb.com/i/btks2wwoicd76ugoh.jpg)
Liebe Grüße, Lilli
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen